Ab wann sind Sie Umsatzsteuerpflichtig?

Umsatzsteuerpflichtig zu sein bedeutet, auf die Waren und Dienstleistungen des eigenen Unternehmens die Umsatzsteuer entsprechend dem gültigen Steuersatz auszuweisen und aufzuschlagen. Das Unternehmen muss diese aufgeschlagene Umsatzsteuer allerdings an das Finanzamt weitergeben. Bezahlt wird diese letztlich vom Verbraucher, dem sie eher als Mehrwertsteuer bekannt ist. Zu den gesetzlich festgelegten Terminen ist das umsatzsteuerpflichtige Unternehmen verpflichtet, eine Umsatzsteuererklärung bzw. die Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben.

Unter welchen Voraussetzungen die Umsatzsteuerpflicht entfallen kann

Die Umsatzsteuer hat dem Grunde nach derjenige in Rechnung zu stellen, der gemäß den Grundsätzen des Umsatzsteuergesetzes als Unternehmer gilt. Als Unternehmer gilt hierbei, wer eine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit ausübt. Die erhobene Umsatzsteuer müssen Sie dann im Rahmen der Ein- und Ausgaben buchhalterisch in einem Kassenbuch erfassen. Auf diese Weise können Sie etwa, sofern Sie umsatzsteuerabzugsberechtigt sind, die ausgewiesene Umsatzsteuer dem Finanzamt gegenüber geltend machen. Die Aufzeichnungspflicht für die Umsatzsteuer ergibt sich aus § 22 Abs. 2 bis 4 UStG. Aus Vereinfachungsgründen sind allerdings solche Unternehmen von der Umsatzsteuerpflicht befreit, die eine bestimmte Umsatzgrenze nicht erreichen und als Kleinunternehmer einzustufen sind (§ 19 UStG). Gemäß dieser Regelung entfällt die Umsatzsteuerpflicht, wenn der tatsächlich erzielte Umsatz (inkl. Umsatzsteuer) im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird. Gegenüber dem Finanzamt können Sie jedoch zur Regelbesteuerung optieren und so auf die Kleinunternehmerregelung verzichten. Dies ist z.B. dann von Vorteil, wenn Ihre Vorsteuern die Umsatzsteuerschuld übersteigen - etwa bei Geschäftsneugründung. Allerdings sind Sie dann an die Verzichtserklärung für fünf Jahre gebunden.

Hierzu folgende Fallbeispiele:

Bsp. 1: Der Vorjahresumsatz (2013) lag unter 17.500 Euro. Anfang 2014 kommen Sie auf der Grundlage der Ihnen bis dahin vorliegenden Unterlagen zu dem Ergebnis, dass der Gesamtumsatz im laufenden Kalenderjahr die 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreiten wird. Demnach weisen Sie die Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus. Weil Ihre Geschäfte besser als geplant verliefen, verzeichnete Ihr Unternehmen für das Jahr 2014 einen Gesamtumsatz von 70.000 Euro. Weil es in diesem Fall allein auf die Prognose für 2014 ankommt, entfällt die Kleinunternehmerregelung nachträglich nicht. Für das Jahr 2015 gilt Ihr Betrieb jedoch nicht länger als Kleinunternehmer, da im Vorjahr (2014) die Umsatzgrenze von 17.500 Euro überschritten wurde. Dabei kommt es auch nicht mehr auf den geschätzten Gesamtumsatz für 2015 an.

Bsp. 2: Ihr Betrieb, welches Kleinunternehmer ist, verpachtet ein Ladenlokal an einen Einzelhändler. Im laufenden Jahr belaufen sich Ihre Mieteinnahmen auf 30.000 Euro. Für Instandsetzungsrechnungen haben Sie zu Beginn der Verpachtung brutto 205.000 Euro bezahlt. Sie optieren für die Umsatzsteuer und verzichten so auf die Umsatzsteuerbefreiung als Kleinunternehmer. Dies führt zu folgender steuerlichen Behandlung: Auf die Mieteinnahmen haben Sie 5.700 Euro Umsatzsteuer zu entrichten, während sich die Vorsteuer aus den Instandhaltungen auf etwa 32.731 Euro beläuft. Sie haben somit gegenüber dem Finanzamt einen Erstattungsanspruch in Höhe von 27.031 Euro. Weil Sie sich allerdings zuvor gegen die Kleinunternehmerregelung entschieden hatten, müssen Sie in den Folgejahren auch die Umsatzsteuer für die Mieteinnahmen in Höhe von 5.700 Euro jährlich abführen.

Bsp. 3: Ihr Unternehmen wird zum 01. Juli 2013 gegründet. Den Gesamtumsatz zum Ende des Jahres schätzen Sie auf 10.000 Euro. Weil der umgerechnete Jahresumsatz mit 20.000 Euro (10.000 x 12 Monate / 6 Monate)die Grenze von 17.500 Euro überschreitet, dürfen Sie die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch nehmen und müssen daher Ihre Rechnungen mit Umsatzsteuer ausweisen.

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